Nicht nur an der Ems: „Hohe Raten angeschossener Vögel als Folge der Wasservogeljagd“

Nicht jagdbare Blässgans: zweimal angeschossen und getötet mit unterschiedlich großen Schrotkörnern, rechter Armschwinegenknochen gebrochen. Tot gefunden am 03. Januar 2026 im Jagdrevier „Petkumer Münte“ östlich von Emden – Foto: Eilert Voß/ Wattenrat

Nicht nur an der Ems werden Wasservögel auch illegal getötet oder „nur“ angeschossen, und das immer noch mit der verbotenen giftigen bleihaltigen Schrotmunition! Das Problem ist seit Jahren bekannt, nur ändert sich nichts. Die Landesjägerschaft in Niedersachsen (LJN) darf sich „anerkannter Naturschutzverband“ nennen. Die Selbstdarstellung der Jägerschaft in der Öffentlichkeit weicht erheblich von den tatsächlichen Zuständen ab, nicht nur bei der Wasservogeljagd. Als Ergänzung zur illegalen Blässgansbejagung im EU-Vogelschutzgebiet und Naturschutzgebiet Unterems geben wir die nachfolgende aktuelle Veröffentlichung zur „Röntgenstudie“ von blessgans.de zur Kenntnis:

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Illegale Blässgansjagd im EU-Vogelschutzgebiet: Nordwest Zeitung zur Einstellung des Ermittlungsverfahrens

22. Nov. 2025 im Naturschutzgebiet Unterems/EU-Vogelschutzgebiet: zwei erlegte Blässgänse, keine Jagdzeit. Blässgänse haben das typische dunkle Bauchgefieder- Foto: Eilert Voß/Wattenrat

Am 24. April 2026 berichtete die Nordwest Zeitung aus Oldenburg ausführlich über die Einstellung der Ermittlungen zum illegalen Abschuss von nicht jagdbaren Blässgänsen im EU-Vogelschutzgebiet der Unterems im Landkreis Leer. Ein Wattenratmitarbeiter hatte den Vorfall vom November 2025  zur Anzeige bei der Staatsanwaltschaft in Aurich gebracht.

Nordwest Zeitung, 24. April 2026: Keine Jagdzeit festgelegt: Vorwurf der Wilderei greift nicht
Im Naturschutzgebiet wird auf arktische Gänse geschossen. Naturschützer stellen Strafanzeige. Die Staatsanwaltschaft Aurich legt den Vorwurf der Wilderei ad acta – mit einer interessanten Begründung.

Das von der NWZ-Redaktion verwendete Blässgansfoto ist von Eilert Voß/Wattenrat. Es zeigt flügelverletzte und damit flugunfähige Blässgänse an der Ems, zur Jagdzeit fotografiert, also vermutlich angeschossen.

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Windkraftschrott: iIlegale Entsorgung – Unternehmer sitzt in U-Haft

Windkraftschrott in Riepe/LK Aurich, 2024. Wohin wurde der Schrott entsorgt? – Foto: Eilert Voß/Wattenrat

Im Mai 2025 berichteten wir bereits über die illegale Entsorgung von Windkraftschrott durch eine deutsche Firma nach Tschechien. Nun sitzt der Inhaber Michael Roth des Recylingbetriebes „Roth International GmbH“ aus Weiden und Schwandorf (Bayern), gegründet 2013, in Untersuchungshaft. Der Tatvorwurf lautet auf illegale Verbringung gefährlicher und nicht gefährlicher Abfälle, Verstöße gegen deutsches und EU-Abfallrecht. Deponiert wurden nicht nur schwer reyclebare Balsa-Epoxidharzlaminate von Windkraftrotoren, sondern auch giftige Batterieabfälle. Inzwischen wurde bekannt, dass diese nicht unbedenklichen Abfälle auch in Polen entsorgt worden sein sollen.

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Ein ikonisches Foto aus dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Energiewende verdrängt Naturschutz

Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, strengste Schutzzone (Ruhezone) zwischen Bensersiel und Dornumersiel/LK Aurich – Foto: Manfred Knake/Wattenrat

Gesehen und fotografiert im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer zwischen Bensersiel und Dornumersiel, ein ikonisches Foto, das den Niedergang des Naturschutzes im Lande symbolisch zeigt. Ein Solarmodul zum Betrieb eines Elektrozaunes, der Deichschafe vom Betreten der angrenzenden Ruhezone (strengste Schutzzone) abhalten soll, verdeckt das abblätternde und verblasste Hinweisschild auf den Nationalpark. Auch so lässt sich das Foto interpretieren: Die „Energiewende“ hat den lästigen Naturschutz, politisch gewollt, in den Hintergrund verdrängt und marode werden lassen.

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TenneT verlegt Offshore Seekabel: „Energiewende“ im EU-Vogelschutzgebiet V63 und im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer:

Aus 10km Höhe sieht alles ganz harmlos aus: Teilgebiet des EU-Vogelschutzgebiets V63 „Ostfriesische Seemarsch von Norden bis Esens“ westlich von Dornumersiel im Landkreis Aurich. Nördlich der gelb eingezeichneten Linie verläuft die neu gebaute graue ca. 1,4km lange Schotterstraße mit einem befestigten Abstellplatz. Darüber befindet sich der Seedeich, nördlich davon direkt angrenzend der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer – google earth/Airbus

Die „Energiewende“ und ihre Auswirkungen auf die Biodiversität ist deutlich sichtbar im EU-Vogelschutzgebiet V63, Ostfriesische Seemarsch von Norden bis Esensdas direkt an den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer („Weltnaturerbe“) angrenzt, getrennt durch den Seedeich. Im Teilbereich des Vogelschutzgebietes zwischen Dornumersiel und Neßmersiel (Landkreis Aurich) wurde inzwischen eine riesige Baustelle für die Anlandung von Windkraft-Offshore Seekabeln (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung, HGÜ) eingerichtet.

Vogelschutzgebiet V63: Bewertung durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) – Screenshot

Auf nationaler Ebene ist das Vogelschutzgebiet V63 in diesem Bereich durch das Landschaftsschutzgebiet (LSG AUR 029) gesichert, auf dem Papier. Im Watt und auf der Ostspitze der gegenüberliegenden Insel Baltrum (im Nationalpark) liegt ebenfalls eine große Anlandungsbaustelle. Die Baumaßnahme, die 2024 begann und bis 2030 dauern soll, wird vom Übertragungsnetzbetreiber und Stromnetzinvestor TenneT durchgeführt.

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Jagd im Landkreis Leer: nicht nachvollziehbare Jagdzeitenverlängerungen für Gänse und Rabenvögel

Graugänse und Alpenstrandläufer an der Ems im LK Leer -Foto (C): Eilert Voß/Wattenrat

Eigentlich, aber nur eigentlich, endet in Niedersachsen die Jagdzeit auf Graugänse außerhalb von EU-Vogelschutzgebieten am 15. Januar, die auf Rabenkrähen am 20. Februar und auf Elstern am 28. Februar jeden Jahres.  Im Landkreis Leer wurde das anders gehandhabt. Hier erhielt die Jägerschaft 2026 auf Antrag eine Jagdzeitenverlängerung bis zum 31. März; Saatkrähen sind streng geschützt und keine jagdbare Art. Auf Wattenrat-Anfrage, warum die Jagdzeiten verlängert wurden, kam u.a. diese dürre Antwort aus dem Landkreis Leer:

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Mit Wind und Sonne unabhängig vom Öl? Auch Windkraftanlagen laufen ohne Schmierstoffe nicht

Unsachgemäßer Rückbau vor dem Repowering: Windpark Utgast/LK Wittmund, alte Schmierstoffe aus einer abgängigen Tacke-Anlage werden verbrannt (2017) – Foto: Archiv Wattenrat

Mit Wind und Sonne unabhängig von Gas und Öl werden“ lautet die Parole der Erneuerbaren-Lobby und einiger Politiker. Nach dem Angriffskrieg Israels und der USA auf den Iran mit der Folge der explodierenden Ölpreise verfängt diese Parole beim uninformierten Medienkonsumenten, „Propaganda für das Heer der Nichtinformierten“, wie Kritiker sagen. Von diesen Lobbyisten und Desinformanten wird zunächst verschwiegen, dass Energie aus Wind und Sonne volatil ist und nichts zur Versorgungssicherheit beiträgt.

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Hamburg: Wolf verirrt sich in Einkaufszentrum und verletzt Frau

Symbolfoto: Junger Wolf geht über dünnes Eis im LK Leer – Foto: privat/Archiv Wattenrat

Ein junger Wolf hatte sich in ein Hamburger Einkaufszentrum verirrt und fand nicht mehr heraus. Als er immer wieder gegen eine Glasscheibe lief, versuchte eine Frau, ihn ins Freie zu geleiten, das ging schief. Der verängstigte Wolf soll laut Presseberichten in seiner Stresssituation nach der Frau geschnappt und sie leicht im Gesicht verletzt haben.  Andere Berichte sagen, der Wolf habe die Frau lediglich umgestoßen und sie dabei mit der Pfote am Mundwinkel verletzt. Aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 31. März 2026: „“Eine Bisswunde vermutet die Textilhändlerin [Anm.: Zeugin] dem Bericht zufolge nicht. ´Es sah eher so aus, als hätte der Wolf sie beim Anspringen mit seiner Pranke im Gesicht ge­troffen.`“

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Rheiderland/Ostfriesland: Milchbauer wird Gänsebauer

Foto: Pilsak, Wikipedia CC BY-SA 3.0

Ich habe es satt“, wird der Milchbauer Ambros Veenstra aus dem Rheiderland in der neuesten Ausgabe der Lokalzeitung „Rheiderland Rundschau“ zitiert. Er habe es satt, ständig gegen den Gänsefraß auf seinen Grünlandflächen durch überwinternde arktische Wildgänse anzugehen: Ärger mit dem Umweltministerium in Hannover wegen der Ausgleichszahlungen, Ärger mit Naturschützern, die ihm ständige Hetze gegen die arktischen Zugvögel vorwerfen, das sei für ihn zu viel geworden. Weiterlesen

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Prof. Dr. Herbert Zucchi: ein Gedicht zum Klima

Prof. Dr. Herbert Zucchi ist Zoologe – und im Ruhestand. Sein neuestes Gedicht „Klima“ veröffentlichen wir mit seiner freundlichen Genehmigung:

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