Das Bundesamt für Natursschutz und die Erneuerbaren Energien: weichgespülte Pressemitteilung

Halber Mäusebussard, Brutzeit 2014, im Windpark Utgast/Holtgast/LK Wittmund/NDS

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) ist eine Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Selbstverständlich ist das Amt damit voll auf der politischen Linie der Förderung der „Erneuerbaren“. Am 13. Februar 2019 veröffentlichte das Bundesamt die Pressemitteilung „Naturschutz und Energiewende: Einklang ist möglich“ (s.u). Das darf allerdings bezweifelt werden.

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NABU-Mitgliederwerbung: Wem die Stunde schlägt

Alles nur Show – Foto (C): Manfred Knake

Der Winter 2018/19 ist noch nicht vorüber, die Stunde der Wintervögel jedoch schon. Die medienwirksame Kampagne des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) brachte nach Zahl und Art beobachteter Wintervögel das vorhersehbare Ergebnis: Auf Platz eins der Mitmachaktion am Futterhaus landete der Haussperling. Platz zwei belegte die Kohlmeise, wer hätte das gedacht! Einen wissenschaftlichen Wert haben diese Zufallsbeobachtungen nicht, aber der NABU gelangt so an die Adressen der einsendenden Personen, die zum Abschluss von Mitgliedschaften aufgefordert werden. Fachleute der Werbebranche nennen das ein „Mailing“ – geschickt eingetütet.

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Tausende Trottellummen in den Niederlanden angespült

Angespülte Trottellummen auf Borkum, Archivbild – Foto (C:) Eilert Voß

In den letzten Wochen wurden tausende Trottellummen (Uria aalge), eine Alkenart , an der niederländischen Küste tot oder geschwächt angespült. Inzwischen wurden auch Kadaver auf der Insel Borkum gefunden. Bisher wurden vom Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) in Oldenburg zwei Kadaver untersucht. Nach Angaben des LAVES waren die Tiere geschwächt, hätten jedoch keine Fremdkörper wie Plastik im Magen-Darm-Bereich gehabt. Endgültige Ergebnisse zur Todesursache der Vögel soll es im März geben. Trottellummen brüten in Deutschland nur auf Helgoland. Große Brutkolonien gibt es auch in Schottland, England und im Atlantik in der Bretagne und in Irland.

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Update: Karbidschießen an EU-Vogelschutzgebieten bei Pogum, Polizei ermittelt

Screenshot-Bildzitat: Rheiderland Zeitung, Weener/LK Leer, 21. Jan. 2019

Das Silvester-Karbidschießen an den EU-Vogelschutzgebieten am Deich bei Pogum im Landkreis Leer wird derzeit von der Polizeiinspektion Emden-Leer untersucht, „es laufen Befragungen und Zeugen werden gehört, mehrere Ordnungswidrigkeitsverfahren seien eingeleitet“, berichtete die Rheiderland Zeitung aus Weener am 21. Januar 2019. Weiter: „Grundsätzlich untersucht die Polizei, wie das Karbidschießen rechtlich einzuordnen ist. Unklar ist es, ob es unter das Sprengstoff- oder Waffengesetz fällt. ´Wir klären das intern noch – auch, um für die Zukunft eine Rechtsgrundlage zu haben`, kündigte die Polizeisprecherin an“. Der Wattenrat hat inzwischen weitere Fotos von einem Karbidrohr, das in der Nähe in einem Schilfgebiet entsorgt wurde, geliefert.

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Nachruf: zum Tode von Horst Stern

Foto: Markus Beck – Stern.de, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=61893649

Heute gaben die Medien den Tod des Journalisten und Schriftstellers Horst Stern bekannt, der am 17. Januar 2019 im Alter von 96 Jahren verstarb. Er lebte zuletzt bei Passau. Mit Host Stern hatte ich in den 90er Jahren einen regen Austausch zu Naturschutzthemen, gerade die Küste betreffend. Schon damals klafften die veröffentlichen Darstellungen über den Nationalpark Wattenmeer oder die Windenergie mit der Wirklichkeit weit auseinander. Stern und ich hatten Telefon- und  Faxkontakt, als er noch zurückgezogen in Irland lebte und hin und wieder in Hamburg arbeitete. Zunächst wollte er nicht so richtig ran an die Zustände in  Ostfriesland, er habe doch Fachleute aus Schleswig-Holstein zu Wattenmeerthemen, erklärte er mir auf seine knorrig-knurrige Weise. Schließlich besuchte er mich hier in Holtgast, wo jetzt das Büro das Wattenrates Ostfriesland ist, um sich selbst ein Bild zu machen. Ich konnte ihm dann auf einer Ostfriesland-Rundreise die zwar politisch hochgelobten, aber in Wirklichkeit maroden Zustände der Watten- und Marschenlandschaft vor Augen führen:

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Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer: Inseln fordern Änderungen

Foto (C): Eilert Voß

Am 03. November 2018 verkündete die Nationalparkverwaltung zusammen mit der „Ostfriesische Inseln GmbH“ eine Kooperationsvereinbarung, in der „gemeinsame Vorhaben“ in einem „gemeinsamen Arbeitsprogramm“ festgehalten werden sollen. Das für die Verlautbarungen der Nationalparkverwaltung schon typische Geschwurbel ist hier in ganzer Länge nachzulesen: Ostfriesische Inselfamilie wird Nationalpark-Partner. Es geht, „natürlich“, wieder einmal um die „nachhaltige Tourismusentwicklung“ in diesem „Weltnaturerbe“, das vor knapp zehn Jahren als neues Etikett auf den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer aufgeklebt wurde, und ein bisschen auch um das „gemeinsame Auftreten für den Erhalt der biologischen Vielfalt“. Allerdings schließen sich der real existierende Massentourismus und „der Erhalt der biologischen Vielfalt“ eigentlich aus. Das lässt sich am Beispiel des dramatischen Rückgangs der strandbrütenden Vögel in diesem Großschutzgebiet deutlich nachweisen.

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Nationalpark-Salami: nun auch Schlafstrandkörbe legal?

Schlafstrandkorb, Insel Norderney, Aug. 2018 – Foto (C): privat

Was eigentlich gesetzlich verboten ist, könnte jetzt durch die Hintertür genehmigt werden: Schlafstrandkörbe am Strand im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, in der Erholungszone. Klingt nach Peanuts, ist es aber nicht. Eigentlich ist es laut Nationalparkgesetz verboten, in der Erholungszone zu übernachten, sei es im Zelt oder in der touristischen Neuerfindung „Schlafstrandkorb“. Die Gründe sind einfach: Wer am Strand sein Zelt aufstellt oder vielleicht demnächst einen Schlafstrandkorb mietet, wird dort nicht nur schlafen wollen. Nächtens lautstark Party machen, Feuer anzünden und Müll hinterlassen werden die Folgen sein. Der urlaubende Spaßbürger bekommt eben etwas geboten von den Tourismusmachern und nun vielleicht auch von der Nationalparkverwaltung. Im Sommer 2018 wurden bereits zwei dieser Schlafstrandkörbe ohne Genehmigung am Strand von Norderney betrieben. Von etwaigen Sanktion gegen die Verantwortlichen ist hier nichts bekannt.

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MSC Zoe: Container über Bord

Treibender Container der „MSC Zoe“, 05. Jan. 2019 – Foto (C): Havariekommando

Derzeit sorgt das in Panama registrierte Containerschiff „MSC ZOE“ (Gesamtlänge x Größte Breite: 395.46m × 59.08m, Baujahr: 2015) für Schlagzeilen an der ostfriesischen Küste. Am 01. Januar 2019 verlor der Schiffsriese auf der Reise von Antwerpen nach Bremerhaven vor der niederländischen Küste in schwerer See mindestens 240 Container, die zum größten Teil in ca. 20 Meter Tiefe auf dem Meeresgrund liegen.

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Prosit Neujahr: Karbidschießen am Nationalpark Wattenmeer

Karbidschießen am Emsdeich bei Pogum/LK Leer, in unmittelbarer Nähe der strengsten Schutzzone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer und des NSG „Unterems“, 31. Dez. 2018 – Foto: privat

Tatort: Emsdeich westlich von Pogum, Rheiderland, im Landkreis Leer. Das Foto wurde am 31. Dezember 2018  nicht weit von der strengsten Schutzzone (Salzwiesenbereich) des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer aufgenommen. Die im Bild sichtbare Außendeichsfläche gehört zum Vogelschutz- und FFH-Gebiet „Naturschutzgebiet Unterems“ und grenzt unmittelbar an den Nationalpark an, der ebenfalls europäisches Schutzgebiet ist. In der Zeit vom 1. Oktober bis 30. Juni dürfen laut Naturschutzverordnung „Unterems“ die außendeichs liegenden Teekabfuhrwege (Treibselabfuhr), die an das Naturschutzgebiet angrenzen, ohne vorherige Zustimmung der zuständigen Deich- und Naturschutzbehörde nicht betreten oder auf sonstige Weise aufgesucht werden. Die Karbidkanonen wurden genau auf diesem Weg abgestellt und abgefeuert. Diese Zeitgenossen mit den aufgesetzten Ohrschützern demonstrieren lautstark ihre Verbundenheit mit dem „Weltnaturerbe“ und Nationalpark Wattenmeer. Das verwendete „Geschütz“ besteht in diesem Fall aus einem Stahlrohr, in dessen Bodenteil ein Loch gebohrt wurde. Das Rohr wird mit Karbid und etwas Wasser gefüllt und dann sehr schnell mit dem Deckel verschlossen.

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Der Jahresendknaller: Gerichte lassen es auf Spiekeroog krachen

Bid: Pixabay

Statt Feuerwerk vom Wattenrat nun der Jahresendknaller 2018: Gastwirt Christian Kiesow von der Insel Spiekeroog (Restaurant „de Balken“, Ferienwohnungen „Haus Möwe“), den wir beim Wattenrat schon im letzten Jahr auf dem Schirm hatten, darf mit gerichtlichem Segen weiter zu Silvester böllern. Bereits 2017 hatte der Insulaner gegen das Böllerverbot der Gemeinde erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg geklagt. Die Richter hielten damals die Lärmschutzsatzung der Gemeinde für das untaugliche Instrument der Regelung eines Böllerverbotes. Die Gemeinde überarbeitete anschließend ihre Ortssatzung sowie die Gefahrenabwehrverordnung und berief sich nun auf die Feuergefahr durch Böller und Raketen, mit denen die historischen und inseltypischen Holzveranden gefährdet seien. Gegen das erneute Böllerverbot und die kostenpflichtigen Ablehnungsbescheide der Kommune für die Antragsteller klagte Gastwirt Kiesow erneut vor dem VG Oldenburg, wieder mit Erfolg.

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