Hüben wie drüben: gedankenloses Vogelvertreiben

Die Meeresbucht „Dollart“ und die angrenzenden Emsbereiche sind bekannte Rastgebiete von Enten, Gänsen und Watvögeln. Der Dollart gehört zur europäischen Schutzgebietskulisse Natura-2000 und ist damit auch EU-Vogelschutzgebiet, ebenso wie der Emsabschnitt von Leer bis Emden als EU-Vogelschutzgebiet V10 „Emsmarsch von Leer bis Emden“. Das hält einige Zeitgenossen nicht davon ab, in und an diesen Gebieten heftige Störungen zu verursachen.

Ems-Vorland bei Terborg/LK Leer, 16. Sept. 2018: Kitebuggy-Fahrer als Vogelscheuche – Foto (C): Eilert Voß

weiter »

Abgefahren: IC der Deutschen Bahn getauft

08. Sept. 2018, Norddeich: Fahrtziel Tourismus. Vorne links: Peter Südbeck, Leiter des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, rechts neben ihm: Irmgard Remmers, seine Vorgängerin im Amt. Ganz vorne (mit rotem Rucksack): Holger Wesemüller, früher Leiter des Fachbereiches Meere und Küsten beim WWF, dort entlassen und jetzt für Europarc tätig. Rechts neben Wesemüller Walter Theuerkauf (SPD), ehem. Landrat des LK Aurich und Motor für die Ausweisung des Nationalparks als „Weltnaturerbe“ zur Tourismusförderungen. Vor der offenen Zugtür: nds. Umweltminister Olaf Lies (SPD), links neben ihm (mit Krawatte): Jochen Beekhuis (SPD, MdL), rechts neben Lies: Harm-Uwe Weber (SPD, Landrat Aurich) – Foto: privat

Aktualisiert 18. Sept. 2018

„Fahrtziel Natur“ heißt die Nummer, die vom BUND, NABU, dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der deutsch Bahn aufgeführt wird, um noch mehr Touristen an und in die Schutzgebiete Deutschlands, Österreichs und der Schweiz zu fahren. Das wird als „nachhaltige Mobilität“ und „sanfter Tourismus“ verkauft, Zitat: „Seit 2001 engagieren sich die drei großen deutschen Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sowie die Deutsche Bahn in der Kooperation Fahrtziel Natur. Gemeinsam setzen sie sich für umweltfreundliche Mobilität und nachhaltigen Naturtourismus ein.“ Die Frage ist jedoch, ob es die Aufgabe von Naturschutzverbänden ist, den Tourismus in Schutzgebieten zu fördern.
Am 08. September 2018 wurde in Norddeich mit 350 geladenen Gästen ein IC der deutschen Bahn auf den Namen „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ getauft, der Zug trägt auch den Schriftzug „Fahrtziel Natur“.

weiter »

Wasservogeljagd im Nationalpark: Jagdpachtverträge klammheimlich verlängert - Kritik von Umweltminister Olaf Lies (SPD)

Strafbarer Fehlabschuss: Brandgans, eine nicht jagdbare Art, geschossen im EU Vogelschutzgebiet an der Ems – Die Strafanzeige gegen den Jäger verlief im Sande

Hier beim Wattenrat wurde der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) schon häufig wegen seiner politischen Lobbyarbeit für den Windenergieanlagenhersteller Enercon und wegen seiner Forderung nach weiterem massiven Ausbau der Windenergie kritisiert. Nun muss man ihn tatsächlich einmal ausdrücklich loben; er wird gute Naturschutz-Berater in seinem Ministerium haben: Lies kritisiert die Neuvergabe von Jagdpachtverträgen auf den Inseln im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ durch die Domänenverwaltung.

weiter »

Nearshore-Windpark „Nordergründe“: Kompensationsmaßnahmen auf Minsener Oog ungeeignet

Windpark Nordergründe, direkt am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ (Ausschnitt), Vogelkollisionen unausweichlich, Foto (C): Ingrid Marquardt/Wattenrat Ostfriesland

Auf der Vogelinsel Minsener Oog bei Wangerooge sollen Kompensationsmaßnahmen für den Nearshore-Windpark „Nordergründe“ in der Außenweser durchgeführt werden, die aber laut gutachterlicher Stellungnahme ungeeignet sind. Im März 2011 berichtete der Wattenrat zum ersten Mal über die skandalösen Vorgänge bei den Planungen des Windparks: BUND fällt schon wieder um: Klageverzicht und Vergleich bei Wattenmeerwindpark „Nordergründe“. Schämt Euch!

Die Klage des BUND war bereits beim Verwaltungsgericht in Oldenburg eingereicht. Für den Klageverzicht, initiiert vom niedersächsischen Umweltministerium, erhielt der BUND eine Summe von ca. 830.000 Euro, die in die BUND-eigene „Stiftung Naturlandschaft“ flossen.

weiter »

Zur Erinnerung an Prof. Dr. Wolfgang Erz: eine Ausnahme-Persönlichkeit

Übernahme von der Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen, mit freundlicher Genehmigung:

Prof. Dr. Wolfgang Erz, Exkursion 1983, Foto (C): Hartmut Heckenroth

 

Die EGE [und selbstverständlich auch der Wattenrat] erinnert an Prof. Dr. Wolfgang Erz, der im August 1998 bei der Rückkehr von einer Dienstreise im Alter von 61 Jahren verstorben ist. Wolfgang Erz kam über die Vogelkunde zum Naturschutz, wurde 1970 Vertreter des Beauftragten der Bundesregierung für Naturschutz (Prof. Dr. Bernhard Grzimek), war zuletzt Fachbereichsleiter im Bundesamt für Naturschutz, über Jahrzehnte als geschäftsführendes Vorstandsmitglied die maßgebliche Gestalt im Bundesverband beruflicher Naturschutz (BBN) und ein provokativer und produktiver, analytisch und strategisch denkender Verfechter des Naturschutzes.

weiter »

Langeoog: märchenhafte Naturschutzführungen mit WWF-Siegel

Auf nach Langeoog, im Ein- bis Zweistundentakt – Foto (C): Eilert Voß

Auch auf der Urlaubsinsel Langeoog wird die Naturschutz-Wahrheit verbogen, dass die Schwarte kracht. Nun gibt es die Naturvermarktung sogar mit WWF-Siegel (siehe Ankündigung unten)! Ein Wattführer der Insel, vom WWF „zertifiziert“, zeigt dabei, „wie man die Vogelwelt der Insel seit über 140 Jahren beispielhaft schützt“, für stolze 42 Euro pro Führung und Person. Nur ist da nichts dran, wo WWF draufsteht, ist oft auch Vermarktung drin.

weiter »

Klima und Meeresspiegel: "Grüner" Besuch auf Langoog - viel heiße Luft

Heiße Klima-Luft auf Langeoog – Foto: Pixabay

Der Meeresspiegel der Nordsee steigt, ganz dramatisch? Am 03. August 2018 wurde ein Bericht im „Anzeiger für Harlingerland“ (Wittmund) über den Besuch von Lisa Badum (MdB), klimapolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen auf der Insel Langeoog veröffentlicht. Die Politikerin war am 01. August auf Einladung des Langeooger Ortsverbandes der Grünen auf der Insel zu Gast, um sich über die Küstenschutzmaßnahmen auf der Insel zu informieren. Hintergrund des Besuches der Bundespolitikerin ist die Klage von zehn Familien gegen die Europäische Union wegen der deren Meinung nach zu geringen Anstrengungen in der Klimapolitik; eine Klägerin ist die Langeooger Familie Recktenwald. Der Wattenrat berichtete hier. Dazugeladen als Fachmann war auch Frank Thorenz, der Leiter der Betriebsstelle Norden des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

weiter »

Sommer 2018

Foto (C): Eilert Voß

Sommer 2018: Dieser Sommer wird zu den Ausnahmesommern in unseren Breiten gezählt, weil es in den letzten Wochen warm, sehr warm, und sonnig war. Die Politik und die recherchearme Presse machten daraus wieder eine Klimanummer und verwechselten, wie so oft, das Wetter mit dem Klima. Nur gab es immer mal wieder sehr warme Sommer in den letzten Jahrzehnten oder Jahrhunderten, die Suchmaschinen geben über die Jahreszahlen Auskunft. Die Touristiker sind von der aktuellen Wetterlage begeistert, der Urlauberansturm auf die Küste und das Großschutzgebiet „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ war und ist enorm. Das freut die Reedereien mit den Fährschiffen, die Beherbergungs- und gastronomischen Betriebe. Die Lokalzeitungen sind voll mit „Events“ der Touristenbespaßungen, vom lautstarken Musikveranstaltung am Strand bis hin zu den unvermeidlichen und überflüssigen sommerlichen Feuerwerken in einigen Kommunen, ein Horror für die Brut- und Rastvögel. Der Schutzgedanke in diesem Naturraum ist zur Nebensache geworden. Er wird vermarktet, bis es im wahrsten Sinne des Wortes kracht.

weiter »

Nationalparkverwaltung und Artenschutz: noch alle Kaffeetassen im Schrank?

Foto: Pixabay

Bier trinken für den Naturschutz hatten wir schon 2005: * Saufen für den Naturschutz? Die Jever-Brauerei startet eine „Kampagne für die Natur“ im Landkreis Friesland. Und: * Behördlicher Naturschutz hängt an der Bierflasche Friesisches Brauhaus zu Jever zahlt 40.000 Euro in Naturschutzstiftung Hängt der behördliche Naturschutz an der Flasche?
Messbar genützt hat es „der Natur“ nichts, aber es war eine gute PR für die Brauerei.

Nun macht die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven mit Kaffee für den Artenschutz trinken weiter, mit Hilfe eines Kaffees, der auf Borkum verkauft wird, „ökologisch nachhaltig produziert“, selbstverständlich. Da freut sich doch das touristisch-urbane Öko-Gewissen. Mit jedem Kilo verkauften Kaffees sollen 50 Eurocent für den Seehund- und Strandbrüterschutz verwendet werden. weiter »

Pottwalstrandungen 2016: Tierärztliche Hochschule Hannover legt Bericht zu Schadstoffen und genetischen Analysen vor

Pottwal_Wangerooge_Jan2016_AZH

Screenshot (Bildzitat): Anzeiger für Harlingerland, Wittmund/NDS, online 08. Jan. 2016, URL: http://harlinger.de/Nachrichten/artikel/zwei-pottwale-stranden-vor-wangerooge

Am 08. Januar 2016 strandeten am Ostende der Insel Wangerooge zwei Pottwale und verendeten. Im Laufe der nächsten Wochen strandeten weitere 28 Pottwale in Großbritannien, in den Niederlanden, in Dänemark und Frankreich. Auch der Wattenrat berichtete. Nun legten Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule in Hannover einen Untersuchungsbericht zu den Strandungen vor, mit überraschenden Ergebnissen:

weiter »