Klimakonferenz in Bonn: Fidschi geht nicht unter, Langeoog schon eher

 

Foto: Pixabay

+++ aktualisiert 17. Nov. 2017 +++

Ein Kommentar von Manfred Knake

Die Regierung der Fidschi-Inseln ist der Gastgeber der 23. UN-Klimakonferenz in Bonn, finanziert von der deutschen Bundesregierung. Das riecht nach einer gewaltigen Propagandanummer und Inszenierung zur weiteren Klima-Irreführung.

Nicht wenige Medienbeiträge beschäftigen sich punktgenau zur politisch motivierten Klimakonferenz in Bonn mit dem angeblich bevorstehenden Untergang der pazifischen Inselgruppe; diese Autoren – ausgebildete, aber recherchefaule oder glaubensstarke Journalisten (?) – sollten sich eigentlich schämen, ungeprüft diesen postfaktischen Unsinn ständig zu wiederholen. weiter »

Nach „Glory Amsterdam“: demnächst Havarie in einem Windpark?

Blick von Borkum (Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und Weltnaturerbe) auf den Windpark „Riffgat“ (Ausschnitt) 15 km nordwestlich von Borkum. Sommer 2017, Foto (C): Eilert Voß

Der Wattenrat Ostfriesland weist nach der geglückten Bergung des auf Grund gelaufenen Schüttgutfrachters „Glory Amsterdam“ auf weitere Gefahrenpotenziale für den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer hin.  32 Seemeilen westlich des Havarieortes vor Langeoog steht der Offshore-Windpark „Riffgat“ vor Borkum. Und nur 20 Seemeilen östlich des Havarieortes ging vor wenigen Tagen am 30. Oktober 2017 der Near-Shore-Windpark „Nordergründe“ in der Außenweser ans Netz, nur wenige hundert Meter vom Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, „Weltnaturerbe“ und EU-Vogelschutzgebiet entfernt.

Hier wurden in der Außenweser zwischen Wangerooge und Scharhörn 18 Windkraftanlagen  errichtet. Beide Windparks stehen nur wenige Seemeilen entfernt vom Verkehrstrennungsgebiet der Deutschen Bucht.

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Bergung der „Glory Amsterdam“: Sie schwimmt wieder!

Der Schleppverband mit der GLORY AMSTERDAM und den drei Schleppern, 02. Nov. 2017, Foto: Havariekommando

Alles noch mal gutgegangen mit der wirklich professionell durchgeführten Bergung der „Glory Amsterdam“. Alle Befürchtungen von Ölaustritten und der damit verbundenen Verseuchung des Wattenmeeres haben sich als unbegründet erwiesen. Nur bleibt die Frage nach dem Notfallschleppkonzept. Das hat nicht geklappt. Es hat viel länger als die vorgesehenen zwei Stunden gedauert, bis Bergungschlepper am Havaristen waren und diesen auf dem Haken hatten.

Das kann dann zu folgenschweren Problemen führen, wenn z.B. ein Tanker mit dem Ausfall der Ruderanlage in einen Offshore-Windpark treibt. Und davon stehen inzwischen einige wie eine dichte Ansammlung künstlicher Riffe nicht weit vom Verkehrstrennungsgebiet entfernt. Diese „Schiffsautobahn“ vor der niedersächsischen Küste ist einer der meistbefahrenen Schifffahrtswege auf der Erde. Nur 21 Seemeilen östlich von der Stelle, wo die „Glory Amsterdam“ vor Langeoog auf Grund lief, wurde gerade der Windpark Nordergründe mit 18 Anlagen in der Außenweser fertiggestellt, nur 560 Meter vom  Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ entfernt…Man muss kein Hellseher sein, um solch ein Katastrophenszenario vorherzusehen.

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Havarie „Glory Amsterdam“ vor Langeoog – Bergungsmaßnahmen werden fortgeführt

+++ aktualisiert 17:30h +++

Gestrandeter Frachter „Glory Amsterdam“ am 30. Okt. 2017 vor Langeoog, Foto: Bundespolizei

Noch immer liegt der Bulk Carrier „Glory Amsterdam“ vor dem Ostende Langeoogs auf Grund. Das Havariekommando informiert täglich über den Fortgang der Bergungsarbeiten, die sich schwierig gestalten. Ein Redakteur der Frankfurter Allgemeine Zeitung stellte am 30.10. die grundsätzliche Frage, warum das Notschleppkonzept nicht in der Lage war, dem Havaristen rechtzeitig Schlepperhilfe zu leisten. Die „Glory Amsterdam“ lag während des Orkans „Herwart“ mit zwei Ankern auf Reede bei Helgoland, um die Hafengebühren zu sparen. Der Frachter wurde vom Sturm losgerissen und trieb seit dem 29. Oktober auf die Insel Langeoog zu, wo er schließlich auf Grund lief. Hier die aktuellen Pressemitteilungen des Havariekommandos:

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Windkraftanlage bei Dornum abgebrannt

Ausgebrannter Generator der Enercon-Anlage bei Dornum, Foto (C): Manfred Knake

Das Generatorengehäuse dieser Enercon-Windkraftanlage brannte am 30. Oktober 2017 kurz vor 06:00 Uhr morgens westlich der Landesstraße 7 zwischen Westerholt (LK Witmund) und Dornum (LK Aurich) aus. Da die Löschung der Anlage nicht möglich war,  brannte sie kontrolliert ab. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Dornum und Westerholt. Verletzt wurde niemand. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Frachter vor Langeoog auf Grund, Rettungsversuche angelaufen

 

„Glory Amsterdam“ vor Langeoog, Foto: Havariekommando

Nachtrag 30.10.2017: Nach hier vorliegenden Meldungen inspizierte heute Nachmittag ein Boarding-Team das auf Grund liegende Schiff. Strukturelle Schäden wurden bisher nicht festgestellt, die Ruderanlage ist jedoch defekt. Hubschrauberüberwachungen stellten keine Ölaustritte fest. Die Besatzung ist wohlauf und noch an Bord.

Pressemitteilung Havariekommando Nr.2 Datum: 29.10.2017

Rettungsversuche für GLORY AMSTERDAM bislang fehlgeschlagen

Schüttgutfrachter von nordwestlichen Winden auf Grund getrieben

Alle bisherigen Versuche, die manövrierunfähige GLORY AMSTERDAM ins Fahrwasser zu schleppen, sind aufgrund der vor Ort noch immer sehr widrigen Wetterbedingungen fehlgeschlagen. Der Schüttgutfrachter (L 225m, B: 32,26m; Flagge: Panama) liegt seit etwa 18:45 Uhr vor Langeoog auf Grund. Ein Freischleppversuch wird vorbereitet. Der Hochseeschlepper NORDIC und das Mehrzweckschiff MELLUM sind weiterhin vor Ort. Weiterhin wird der Havarist regelmäßig vom Ölüberwachungsflugzeug Do 228 des Havariekommandos überflogen. Bisher konnte kein Schadstoffaustritt festgestellt werden.

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Jubiläum: Horst Stern wird 95

Horst Stern

Horst Stern, Foto: Markus Beck, CC-BY-SA 4.0, Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Horst_Stern_1997_1.jpg

Heute wird Horst Stern 95 Jahre alt. Der Wattenrat gratuliert und sendet herzliche Glückwünsche nach Passau.

Spiegel-online veröffentlichte heute eine Würdigung:

„Sterns Stunden mit Schockeffekt Bambi muss sterben – Er war provokant, pointiert, sarkastisch: Horst Stern gehörte zu den Umweltschützern der ersten Stunde. Als Journalist packte er bevorzugt heiße Eisen an – bis er um die Jahrtausendwende aus der Öffentlichkeit verschwand. […]“ Mehr hier: http://www.spiegel.de/einestages/horst-stern-stunden-mit-schockeffekt-a-1173664.html

Mehr zu Horst Stern auf den Seiten des Wattenrats: Ganz oben auf der Seite unter dem Tab „Horst Stern“ haben wir sieben seiner Kolumnen aus der inzwischen eingestellten Wochenzeitung „Die Woche“ gesichert. Einige von seinen Kolumnen wurden in Zusammenarbeit mit Wattenrat-Mitarbeitern erstellt. 1996 kam er zu Besuch nach Ostfriesland und machte u.a. das daraus: weiter »

Windenergie: FDP-Anfrage zur Lärmbelastung – keine Probleme im Landkreis Aurich? Landkreis versäumt Beantwortung

Windindustriegebiet Arle-Roggenstede im Landkreis Aurich, Foto (C): Manfred Knake

Diese

„Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung mit Antwort der Landesregierung – Drucksache 17/8614 – Schallprognosen von Windkraftanlagen Anfrage der Abgeordneten Dr. Gero Hocker und Christian Grascha (FDP) an die Landesregierung, eingegangen am 22.08.2017, an die Staatskanzlei übersandt am 24.08.2017“

hat es in sich (in voller Länge hier als .pdf: FDP_NDS_Anfrage_Wind_Belastung_2017). Man beachte den Punkt 3. der Anfrage und die Antwort des niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel (B90/Die Grünen):

„3. Gegen welche Standorte bzw. Windkraftanlagen wurden konkret Beschwerden von Bürgern wegen zu hoher Schallbelastungen vorgebracht?“ […] Antwort: „Die anderen unteren Immissionsschutzbehörden haben Fehlanzeige gemeldet.“ weiter »

Vortrag: „Artenschutz – öffentliche Aufgabe oder offensichtliches Versagen?“

Blick von Norderney auf das Festland. Im Watt (Nationalpark und Weltnaturerbe) Kabelverlegearbeiten für einen Offshore-Windpark. Sommer 2017, Foto (C): Eilert Voß

Am 06. Oktober 2017 hielt der Diplomingenieur und Lehrbeauftragte für Naturschutzrecht Wilhelm Breuer einen bemerkenswerten Vortrag mit dem Titel „Artenschutz – öffentliche Aufgabe oder offensichtliches Versagen?“ Darin stehen auch einige treffende Sätze zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, von den Medien in der Regel hochgelobt und heftigst touristisch vermarktet als „Weltnaturerbe“, auch mit Unterstützung der Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven. Auszug:

Als sich kürzlich Australien zum Bau eines Kohlehafens am Rande des Great Barrier Reefs entschied, waren die Deutschen außer sich. Ausgerechnet ein Kohlehafen. Und das nach der Klimakonferenz von Paris. Die Deutschen sehen das Weltnaturerbe auf das Äußerste bedroht. Schlamm und Schiffsverkehr könnten die Korallen beschädigen. Die Deutschen stellen ihre Wattenmeer-Nationalparke nur zu gerne in eine Reihe mit dem Great Barrier Reef. 
Unbescheiden, des Prestiges und des Kommerzes wegen. Dass sie ihre eigenen Nationalparke keinesfalls besser schützen als andere Staaten ihr Weltnaturerbe, können sie sich in nationaler Überschätzung nicht vorstellen. Dabei ist der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (übrigens nur ein Tausendstel so groß wie das Great Barrier Reef) zu Land und in wenigen Jahren auch zur See mit einigen Tausend für Vögel tödlichen Windenergieanlagen geradezu umstellt. Ein Naturgebiet, das in Flyern der Tourismusbranche und der Nationalparkverwaltung als „Drehscheibe des internationalen Vogelzuges“ beworben wird. An jedem mit einem für Schweinswale lebensgefährlichen Höllenlärm in den Seeboden gerammten Mast können Öltanker havarieren.
Nur, vor der Gefahr einer Ölpest warnen hier Medien und Umweltverbände am allerwenigsten. Nein, dank des Stroms aus Wind können die Tanker bald verschrottet werden, so die Heilserwartung. [Anmerkung Wattenrat: Der Kohlehafen soll zudem ca. 20 Kilometer entfernt vom Schutzgebiet Great Barrier Reef errichtet werden. Der Schutzstatus des Great Barrier Reefs ist dazu wesentlich strenger als in den Wattenmeer Nationalparks in Deutschland].

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9. Zugvogeltage: Vehikel zur touristischen Vermarkung des Nationalparks

Motorisierte „Zugvögel“ beim Naturerleben in der Erholungszone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, Bensersiel, Sommer 2017, Foto (C): Eilert Voß

Der Wattenrat Ostfriesland nimmt – wie in fast jedem Jahr- Stellung zu den „Zugvogeltagen“, die derzeit wieder an der niedersächsischen Küste beworben werden. Zu begrüßen ist zunächst, so der Wattenrat, dass Zugvögel aus Nordeuropa und Asien eine große Aufmerksamkeit bekommen. Nur muss man den Eindruck haben, das es dabei weniger um die Zugvögel geht, sondern um die weitere touristischen Vermarktung der Küste mit dem Vehikel „Zugvögel“.

Wesentliche Belastungsfaktoren des Wattenmeeres und der Zugvögel werden bei der Propagierung der Zugvogeltage ausgeblendet. Der Vogelzug an der Küste beginnt bereits im Juli nach dem Abschluss der Brutzeit. In dieser Zeit boomt der Massentourismus an der Küste und auf den Inseln. Ruhige Rückzugsorte für die durchziehenden und rastenden Watvögel sind auch im Großschutzgebiet „Nationalpark Wattenmeer“ selten geworden.

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