OVG Lüneburg: Ganzjährige Schonzeiten für Bläss- und Saatgänse in der Durchführungsverordnung zum Nds. Jagdgesetz rechtmäßig

Bei Nebel illegal erlegte Blässgans (ganzjährig geschont), Petkumer Deichvorland, EU-Vogelschutzgebiet, Foto ist nicht Fundort. – Foto (C): Eilert Voß

Arktische Gänse sind Zugvögel. Sie überwintern u.a. an der Wattenküste in Deutschland – und einige Arten werden immer noch legal bejagt. Gerade bei den „grauen“ Gänsen, die nicht nur Graugänse (Anser anser) sind, kann es leicht zu Verwechselungen kommen. Wenn die vermeintlich geschossene Graugans „liegt“, kann es durchaus sein, dass sie gar keine ist. Äsende Saat- oder Blässgänse, oder auch die seltenen Kurzschnabel- oder Zwerggänse, sind auch von Fachleuten bei ungünstigem Licht nur schwer zu unterscheiden, im Flug schon eher an den markanten Flugrufen. Aber auch das muss gelernt sein. Hier auf den Wattenratseiten haben wir schon öfter auf skandalöse und strafbare Jagdverstöße, sprich Fehlabschüsse von Gänsen, hingewiesen. Dazu gehörte auch die Wasservogeljagd bei Nebel, Schneetreiben oder völliger Dunkelheit.

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Deutschland hat gewählt

Foto: Pixabay

Noch ist eine neue Bundesregierung nicht im Amt. Noch ist ungewiss, welche Parteien koalieren werden und wer zum Bundeskanzler gewählt wird. Eines indessen dürfte gewiss sein: Ganz gleich wie Sondierungsgespräche, Koalitionsverhandlungen und die Wahl zum Bundeskanzler ausgehen – für den Naturschutz in Deutschland wird sich die Lage nicht verbessern. Im Gegenteil: Im Namen des Klimaschutzes dürfte eine neue Koalition ins Werk setzen, was bereits die scheidende Bundesregierung sich vornahm, aber nicht erreichte: Weiterlesen

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Schleswig-Holstein: Geflügelpest-Virus bei drei Seehunden nachgewiesen

Möwe auf Seehundkadaver, Juister Balje – Archivfoto (C): Eilert Voß

21.09.2021 | | Medien-Information des Umweltministeriums Schleswig-Holstein:

Geflügelpest-Virus bei drei Seehunden nachgewiesen

Nachweis von Geflügelpest-Virus (HPAIV H5N8) bei drei Seehunden aus dem Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer.

KIEL. Bei drei toten Seehunden aus dem Schleswig-Holsteinischen Wattenmeer ist ein Geflügelpest-Virus nachgewiesen worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als nationales Referenzlabor für aviäre Influenzaviren hat in Proben von den drei Tieren Infektionen mit hochpathogenem aviären Influenzavirus (HPAIV) des Subtyps H5N8 bestätigt, nachdem ein Erstnachweis bei zwei Tieren durch die Tierärztliche Hochschule Hannover erfolgt war. Nach ersten Untersuchungen sind die Sequenzen dieses Virus den in den vergangenen Monaten bei Wildvögeln nachgewiesenen Geflügelpestviren sehr ähnlich. Weitere Untersuchungen zur Charakterisierung des Virus werden am FLI unter enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Landesbehörden durchgeführt.

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Neues aus Kängurusiel: Neuauflage des „Indoorhafens“

Seezeichen am Ortseingang von Dornumersiel- Bedeutung: Gefahrenstelle, östlich umfahren – Foto (C): Manfred Knake

Kängurusiel? So nennen Spötter den Ort Dornumersiel, eine Touristenhochburg am Wattenmeer im Landkreis Aurich. Die dazugehörige Gemeinde Dornum ist zwar finanziell notorisch klamm und auf staatliche Unterstützung angewiesen, was aber die Tourismusmacher in Dornumersiel nicht davon abhält, große Sprünge mit nichts im Beutel zu wagen, wie ein Känguru aus Downunder.

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Spiekeroog: „Mit Windrad und Wissenschaft für Naturschutz“: Bundestagskandiatin der Grünen auf Wahlkampftour in der Hermann-Lietz-Schule

Spiekeroog: Hermann-Lietz-Schule mit Vestas-Windkraftanlage – Foto: Wikipedia (CC BY-SA 4.0)

von Manfred Knake

Die Hermann-Lietz-Schule auf der Insel Spiekeroog ist ein Gymnasium mit Internat in freier Trägerschaft. Der Besuch ist, mit Ausnahme für Stipendiaten, kostenpflichtig. Die Schule liegt in den Dünen, in unmittelbarer Nähe der strengsten Schutzzone (Ruhezone) des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer („Weltnaturerbe“) und damit auch an einem europäischen Vogelschutzgebiet. Der bekannteste Absolvent, der hier 1930 sein Abitur ablegte, war der spätere SS-Offizier und Raketeningenieur Wernher von Braun, der im 2. Weltkrieg in Peenemünde die „Wunderwaffe“ V-2 entwickelte und nach dem Krieg zum führenden Raketenentwickler in den USA aufstieg. Räumlich angeschlossen an die Schule ist das schuleigene Nationalpark-Haus Wittbülten, in dem neben der Touristeninformation auch wissenschaftliche Projekte in Zusammenarbeit mit der Universität Oldenburg durchgeführt werden.

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Ein Walross im ostfriesischen Wattenmeer

Symbolfoto, Pixabay: Walross

Seit einigen Tagen wird im ostfriesischen Watt ein vermutlich junges weibliches Walross gesichtet, zunächst auf der Insel Baltrum, dann auf Spiekeroog. Das Tier hielt sich ruhend auf Steinbuhnen auf, wurde aber von neugierigen Fototouristen vertrieben, die dem Walross zu nahe kamen. Walrosse „verschwimmen“ sich selten bis in unsere Breiten, zuletzt soll ein Exemplar vor 20 Jahren im Watt gesichtet worden sein.

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Johann Saathoff (SPD, MdB): „Uns allen an der Küste liegt natürlich der Schutz des Naturerbes Wattenmeer sehr am Herzen“

Upleward/LK Aurich: Schlickfußball im Nationalpark Wattenmeer mit Polit-Prominenz: Johann Saathoff (SPD), ehem. Bürgermeister der Gemeinde Krummhörn, jetzt Mitglied des Deutschen Bundestages und dort politischer Windkraftlobbyist und Naturliebhaber – Foto (C): Eilert Voß

Den hatten wir schon des Öfteren auf dem Schirm: Johann Saathoff (SPD), der inzwischen als Bundestagsabgeordneter in Berlin umgeht. Vorher war er Ortsbürgermeister der Gemeinde Krummhörn im Landkreis Aurich. Hier war er auch als kommunaler Betreiber einer Windkraftanlage der Touristik GmbH Krummhörn, einer Tochtergesellschaft der Gemeinde, tätig. Das war zwar damals nach der Niedersächsischen Kommunalverfassung verboten (heute, nach Änderung durch die Landesregierung, nicht mehr), störte aber kaum jemanden.

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Norderney: erfolgreicher Strandbrüterschutz mit Zäunen

Strengste Schutzzone im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (Ruhezone, Zone I): Ignoranz trifft Strandbrüterschutz, zwei Brutpaare Zwergseeschwalben“erfolgreich“ vertrieben. Foto (C): Eilert Voß

Küstenvögel, die an den Stränden brüten (sog. „Strandbrüter“), haben es schwer, ihre Bruten hochzubekommen. Die Bruterfolge der Zwergseeschwalben, Seeregenpfeifer oder Sandregenpfeifer, weitgehend unbekannte Wesen, gehen dramatisch zurück, auch im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“.

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Schweinswale: Dutzende tote Tiere in den Niederlanden angeschwemmt – Ursache?

Archivbild: Kleiner Tümmler (Schweinswal) im fortgeschrittenen Verwesungsprozess, angespült an der Ems, Juni 2012 – Foto (C): Eilert Voß/Wattenrat

Das „Noordhollands Tagblad“ aus Alkmar berichtete am 29. August 2021 über „Dutzende“ tot angespülte Schweinswale (Kleiner Tümmler) auf einigen niederländischen Wattenmeerinseln. Der Artikel berief sich auf Meldungen der niederländischen Walschutzorganisation SOS Dolphin:

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Hammriche: ein Abgesang

Energiegewendet: Borßumer Hammrich bei Emden/Unterems, Aug. 2021 – Foto (C): Eilert Voß

Das schreibt Wikipedia zum Begriff „Hammrich“: „Hammrich (auch: Hammer, Plattdüütsch: Hammerk) werden in Ostfriesland und im Wangerland die ebenen und großräumigen Wiesen und Weideflächen mit wenig bzw. ohne jegliche Bebauung genannt. Die Bezeichnung ‚Hammrich‘ steht in Ostfriesland für als Wiese oder Weide genutztes Niederungsland (oft auch moorig) im Übergang von der Geest zur Marsch. Es handelt sich dabei um eine typisch ostfriesische Landschaft, die von kleinen Gewässern, den Schlooten sowie Tiefs durchzogen wird. Die Landschaft wurde im letzten Jahrhundert durch den Bau von Strommasten, der Autobahn A 31, Eisenbahntrassen und neuerdings gelegentlichen Windparks vom Erscheinungsbild stark zerschnitten.“

Wie es um die ehemals landschaftstypischen Hammriche tatsächlich bestellt ist, beschreibt unser Mitstreiter Eilert Voß am Beispiel von Flächen im Bereich Aurich, Emden bis Leer. Fazit: Landschafts- oder Naturschutz ist auch hier nur eine hohle Phrase.

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