„Austritt“aus dem Nationalpark Wattenmeer: Baltrumer CDU rudert zurück

Der von der Baltrumer CDU-Inselfraktion beantragte Nationalpark-Austritt der Insel hat sich erledigt, die Inselposse lief per dpa-Meldung durch die gesamte Republik, ganz ohne Sommerloch. Nun will die CDU-Fraktion doch keine Umwandlung der kleinen Nordseeinsel von einem Nationalpark in einen weniger geschützten „Naturpark“ mehr. Der Initiator des Antrages, Insel-Gastronom und Freizeit-Vogeljäger Jann Bengen (CDU), der die geschossenen Vögel in seinem Hotelrestaurant „Strandburg“ vermarket, ruderte und zog den Antrag im Rat der Gemeinde Baltrum zurück. Er fühle sich „mit Dreck beworfen“.

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Der Hambacher Wald, aus dem fernen Ostfriesland betrachtet

Symbolfoto -(C): Manfred Knake

Die Vorgänge um die heißen Tage bei der Besetzung des Hambacher Waldes durch auch gewalttätige Demonstranten ließen auch den Wattenrat mit der Wattenpresse im fernen Ostfriesland nicht kalt. Die Medienberichte stellten das Thema nicht selten zu kurz dar, hier wird einiges nachgeholt. Seit dem Aufschluss des Braunkohletagebaus 1978 wurden mehr als 4000 Hektar wertvoller (!) nacheiszeitlicher Waldstandort vernichtet, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit (und bevor ein Schlaumeier ein Haar findet: die Bäume sind selbstverständlich nicht so alt, die wachsen nach). Auch Ortschaften wurden dafür plattgemacht und die Bewohner umgesiedelt. Der Standort des Kernforschungszentrum Jülich verhinderte noch Schlimmeres.

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Baltrum und der Nationalpark Wattenmeer: Austrittswünsche

Achtung, Satire! Montage: Wattenrat

Jann Bengen (CDU), Hotelier, Gastronom und Freizeitjäger, der auf der Insel Baltrum geschossene Wasservögel im eigenen Restaurant vermarktet (Hotel Strandburg), will mit der kommunalpolitischen Gruppe CDU/Baltrum21 aus dem Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer „austreten“ und aus der Insel einen „Naturpark“ machen. Am 02. Oktober 2018 kündigte er dies mit einer Mail an den parteilosen Baltrumer Bürgermeister Berthold Tuitjer an. Den Antrag fügte er bei (pdf.: Antrag zum Austritt der Insel Baltrum). Tuitjer selbst wurde im Sommerloch 2016 „berühmt“, als er allen Ernstes eine Seilbahnverbindung vom Festland nach Baltrum forderte. Daraus wurde außer öffentlichem Spott nichts.

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Hüben wie drüben: gedankenloses Vogelvertreiben

Die Meeresbucht „Dollart“ und die angrenzenden Emsbereiche sind bekannte Rastgebiete von Enten, Gänsen und Watvögeln. Der Dollart gehört zur europäischen Schutzgebietskulisse Natura-2000 und ist damit auch EU-Vogelschutzgebiet, ebenso wie der Emsabschnitt von Leer bis Emden als EU-Vogelschutzgebiet V10 „Emsmarsch von Leer bis Emden“. Das hält einige Zeitgenossen nicht davon ab, in und an diesen Gebieten heftige Störungen zu verursachen.

Ems-Vorland bei Terborg/LK Leer, 16. Sept. 2018: Kitebuggy-Fahrer als Vogelscheuche – Foto (C): Eilert Voß

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Abgefahren: IC der Deutschen Bahn getauft

08. Sept. 2018, Norddeich: Fahrtziel Tourismus. Vorne links: Peter Südbeck, Leiter des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, rechts neben ihm: Irmgard Remmers, seine Vorgängerin im Amt. Ganz vorne (mit rotem Rucksack): Holger Wesemüller, früher Leiter des Fachbereiches Meere und Küsten beim WWF, dort entlassen und jetzt für Europarc tätig. Rechts neben Wesemüller Walter Theuerkauf (SPD), ehem. Landrat des LK Aurich und Motor für die Ausweisung des Nationalparks als „Weltnaturerbe“ zur Tourismusförderungen. Vor der offenen Zugtür: nds. Umweltminister Olaf Lies (SPD), links neben ihm (mit Krawatte): Jochen Beekhuis (SPD, MdL), rechts neben Lies: Harm-Uwe Weber (SPD, Landrat Aurich) – Foto: privat

Aktualisiert 18. Sept. 2018

„Fahrtziel Natur“ heißt die Nummer, die vom BUND, NABU, dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) und der deutsch Bahn aufgeführt wird, um noch mehr Touristen an und in die Schutzgebiete Deutschlands, Österreichs und der Schweiz zu fahren. Das wird als „nachhaltige Mobilität“ und „sanfter Tourismus“ verkauft, Zitat: „Seit 2001 engagieren sich die drei großen deutschen Umweltverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) sowie die Deutsche Bahn in der Kooperation Fahrtziel Natur. Gemeinsam setzen sie sich für umweltfreundliche Mobilität und nachhaltigen Naturtourismus ein.“ Die Frage ist jedoch, ob es die Aufgabe von Naturschutzverbänden ist, den Tourismus in Schutzgebieten zu fördern.
Am 08. September 2018 wurde in Norddeich mit 350 geladenen Gästen ein IC der deutschen Bahn auf den Namen „Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer“ getauft, der Zug trägt auch den Schriftzug „Fahrtziel Natur“.

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Wasservogeljagd im Nationalpark: Jagdpachtverträge klammheimlich verlängert - Kritik von Umweltminister Olaf Lies (SPD)

Strafbarer Fehlabschuss: Brandgans, eine nicht jagdbare Art, geschossen im EU Vogelschutzgebiet an der Ems – Die Strafanzeige gegen den Jäger verlief im Sande

Hier beim Wattenrat wurde der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) schon häufig wegen seiner politischen Lobbyarbeit für den Windenergieanlagenhersteller Enercon und wegen seiner Forderung nach weiterem massiven Ausbau der Windenergie kritisiert. Nun muss man ihn tatsächlich einmal ausdrücklich loben; er wird gute Naturschutz-Berater in seinem Ministerium haben: Lies kritisiert die Neuvergabe von Jagdpachtverträgen auf den Inseln Norderney, Baltrum, Langeoog und Wangerooge  im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ durch die Domänenverwaltung.

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Nearshore-Windpark „Nordergründe“: Kompensationsmaßnahmen auf Minsener Oog ungeeignet

Windpark Nordergründe, direkt am Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer und „Weltnaturerbe“ (Ausschnitt), Vogelkollisionen unausweichlich, Foto (C): Ingrid Marquardt/Wattenrat Ostfriesland

Auf der Vogelinsel Minsener Oog bei Wangerooge sollen Kompensationsmaßnahmen für den Nearshore-Windpark „Nordergründe“ in der Außenweser durchgeführt werden, die aber laut gutachterlicher Stellungnahme ungeeignet sind. Im März 2011 berichtete der Wattenrat zum ersten Mal über die skandalösen Vorgänge bei den Planungen des Windparks: BUND fällt schon wieder um: Klageverzicht und Vergleich bei Wattenmeerwindpark „Nordergründe“. Schämt Euch!

Die Klage des BUND war bereits beim Verwaltungsgericht in Oldenburg eingereicht. Für den Klageverzicht, initiiert vom niedersächsischen Umweltministerium, erhielt der BUND eine Summe von ca. 830.000 Euro, die in die BUND-eigene „Stiftung Naturlandschaft“ flossen.

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Zur Erinnerung an Prof. Dr. Wolfgang Erz: eine Ausnahme-Persönlichkeit

Übernahme von der Europäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen, mit freundlicher Genehmigung:

Prof. Dr. Wolfgang Erz, Exkursion 1983, Foto (C): Hartmut Heckenroth

 

Die EGE [und selbstverständlich auch der Wattenrat] erinnert an Prof. Dr. Wolfgang Erz, der im August 1998 bei der Rückkehr von einer Dienstreise im Alter von 61 Jahren verstorben ist. Wolfgang Erz kam über die Vogelkunde zum Naturschutz, wurde 1970 Vertreter des Beauftragten der Bundesregierung für Naturschutz (Prof. Dr. Bernhard Grzimek), war zuletzt Fachbereichsleiter im Bundesamt für Naturschutz, über Jahrzehnte als geschäftsführendes Vorstandsmitglied die maßgebliche Gestalt im Bundesverband beruflicher Naturschutz (BBN) und ein provokativer und produktiver, analytisch und strategisch denkender Verfechter des Naturschutzes.

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Langeoog: märchenhafte Naturschutzführungen mit WWF-Siegel

Auf nach Langeoog, im Ein- bis Zweistundentakt – Foto (C): Eilert Voß

Auch auf der Urlaubsinsel Langeoog wird die Naturschutz-Wahrheit verbogen, dass die Schwarte kracht. Nun gibt es die Naturvermarktung sogar mit WWF-Siegel (siehe Ankündigung unten)! Ein Wattführer der Insel, vom WWF „zertifiziert“, zeigt dabei, „wie man die Vogelwelt der Insel seit über 140 Jahren beispielhaft schützt“, für stolze 42 Euro pro Führung und Person. Nur ist da nichts dran, wo WWF draufsteht, ist oft auch Vermarktung drin.

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Klima und Meeresspiegel: "Grüner" Besuch auf Langoog - viel heiße Luft

Heiße Klima-Luft auf Langeoog – Foto: Pixabay

Der Meeresspiegel der Nordsee steigt, ganz dramatisch? Am 03. August 2018 wurde ein Bericht im „Anzeiger für Harlingerland“ (Wittmund) über den Besuch von Lisa Badum (MdB), klimapolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen auf der Insel Langeoog veröffentlicht. Die Politikerin war am 01. August auf Einladung des Langeooger Ortsverbandes der Grünen auf der Insel zu Gast, um sich über die Küstenschutzmaßnahmen auf der Insel zu informieren. Hintergrund des Besuches der Bundespolitikerin ist die Klage von zehn Familien gegen die Europäische Union wegen der deren Meinung nach zu geringen Anstrengungen in der Klimapolitik; eine Klägerin ist die Langeooger Familie Recktenwald. Der Wattenrat berichtete hier. Dazugeladen als Fachmann war auch Frank Thorenz, der Leiter der Betriebsstelle Norden des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

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